«Es ist ein bisschen, als hätte man 10’000 Grosis»

Radio SRF Musikwelle macht unter anderem die Vielfalt der traditionellen Schweizer Musik sichtbar und trägt damit zum Erhalt unseres Kulturerbes bei. Für seine älteren Hörer:innen ist das Programm aber vor allem auch eins: eine Medizin gegen Einsamkeit.  

Radio informiert und unterhält, bildet und begleitet – im Büro wie auf der Baustelle, unterwegs im Auto, beim Kochen, Essen, Putzen.

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Früher war ich einsam. Heute höre ich Musikwelle.»
Rückmeldung einer Hörerin von SRF Musikwelle

Radio kann für manch Hörer:in aber noch mehr sein, wie zahlreiche Rückmeldungen zeigen, die regelmässig bei Radio SRF Musikwelle landen. «Uns schrieb zum Beispiel eine ältere Hörerin, dass sie früher sehr einsam war. Das sei nicht mehr so, seit sie ‹SRF Musikwelle› höre», erzählt Christian Klemm, Leiter des Moderationsteams.

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Christian Klemm, Leiter des Moderationsteams von SRF Musikwelle.

zVg

Auf dem Ofenbänkli

Die Hörerin ist damit nicht allein: Das Team erhält laut Klemm viele Feedbacks von älteren Hörer:innen, die allein leben und sich dank des Senders gut durch den Tag begleitet fühlten. Manche bezeichnen den Sender gar als ihre Medizin. «Eigentlich müsste man die Gebühren der Krankenkasse anmelden können», schrieb beispielsweise ein Hörer kürzlich. «Wir erleben extrem viel Dankbarkeit von unseren Hörer:innen, insbesondere von älteren, obschon wir ja nicht bewusst Radio für Ältere machen», sagt Klemm. Auch Geschenke seien nicht selten: Weihnachtsguezli, Gehäkeltes, ein Ostergruss. «Es ist ein bisschen, als hätte man 10’000 Grosis.» Wie nahe sie bei den Leuten seien, zeige sich auch während den Sendungen, sagt der Moderator. «Mit den Anrufer:innen sind wir im Nu auf Augenhöhe. Als würden wir bei ihnen auf dem Ofenbänkli hocken.»

«Labsal für die Seele»

Immer wieder erhält das Musikwelle-Team auch positives Feedback zur Programmgestaltung. Gespielt wird eine Vielzahl traditioneller Musikstile, insbesondere Schlager und Volksmusik, aber auch Chansons, Aufnahmen von Chören und Blasmusik-Kapellen, 50 Prozent davon mit Bezug zur Schweiz. «Die Generation, der viele der Hörer:innen angehören, hat sonst oftmals keinen Zugang zu ‹ihrer› Musik», sagt Christian Klemm. Daher schätze sie es besonders, diese Musik im Radio hören zu können – oder wie eine Hörerin schreibt: «Es ist Labsal für die Seele, für meine Seele, so eine wunderbare Musik zu hören.»

So bewegt unsere Arbeit

Täglich erreichen die SRG zahlreiche Rückmeldungen zu unterschiedlichsten Programmen. Neben kritischen Stimmen gibt es auch viel positives Feedback. In der Rubrik «Likes» veröffentlichen wir ausgewählte Publikumsreaktionen und rücken die Teams ins Zentrum, an die diese Kommentare gerichtet sind. Die Rückmeldungen verdeutlichen die Wirkung ihrer Arbeit auf Hörer:innen und Zuschauer:innen und zeigen zugleich, wie sehr sie die Verantwortlichen motivieren und inspirieren.

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