Schonungsloses Feedback

In Workshops haben wir nachgefragt, was sich Berufsschüler:innen von der SRG wünschen.
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Ich finde, dass wir zu wenig informiert werden über die Dinge, die in den anderen Landesteilen passieren. Gut, da ist die Sprachbarriere, aber es wäre trotzdem cool, noch andere News zu erhalten.»
Manal (19)

Sie sind angehende Landwirt:innen, Drogist:innen und Restaurantfachleute. Und sie sagen der SRG deutlich, was sie von ihr erwarten. Zudem erzählen sie, wie ihr Medienkonsum aussieht. Insgesamt mehr als 180 Berufsschüler:innen an fünf Standorten in allen Sprachregionen haben 2022 an Workshops der SRG teilgenommen.

Beispielsweise auch der der 19-jährige Michael, der verrät, für was er die Nachrichten hauptsächlich nutzt. Er besucht mit seinen Mitschüler:innen die Informatikklasse im 4. Lehrjahr im Berufsbildungszentrum Solothurn-Grenchen, die der SRG an diesem Tag die Türen öffnete.

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Ich nutze die Medien hauptsächlich für Sportnews. Aber auch, um Informationen zu beschaffen über das, was in der Welt läuft … Aber hauptsächlich für Sportnachrichten»
Michael (19)

Ganz oben auf der Liste, was sie sich von den Medienunternehmen wünschen, steht die Unabhängigkeit und Verlässlichkeit der Informationen. Ausserdem wollen die jungen Menschen in Zeiten, in denen Fake News stark zunehmen, ihre Medienkompetenzen stärken. Egal ob von RSI, RTR, RTS oder SRF – die Jugendlichen wünschen sich mehr Erklärvideos. Dabei solle sich die SRG den Gewohnheiten der jungen Generation anpassen. TV und Radio seien für die Generation ihrer Eltern und Grosseltern wichtig, sie selbst beziehen ihre Informationen von sozialen Medien wie Tiktok und Instagram, oder sie konsumieren die Inhalte zeitversetzt.

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Der grosse Unterschied in der Art des Medienkonsums zwischen meinen Eltern und mir ist, dass ich die ‹Tagesschau› nicht unbedingt um 19.30 Uhr schaue, sondern irgendwann später. Das ‹Echo der Zeit› höre ich oft am nächsten Morgen im Zug.»
Valentin (25)

Die jungen Menschen in der Schweiz sehen nicht nur die Inhalte, sondern auch den medialen Service public als gesellschaftlichen Auftrag. Es sei eine Aufgabe der SRG, etwas gegen die Spaltung der Gesellschaft zu unternehmen und Risse zwischen verschiedenen Altersgruppen, politischen Positionen und sozialen Gruppen zu kitten. Zudem wünschen sie sich, mehr positiv dargestellte junge Menschen in den Nachrichten zu sehen. Die Berichterstattung über ihre Generation sei oft eher negativ oder zu klischeehaft.

Die SRG im Dialog

Was erwartet die Bevölkerung von der SRG? Das wollen wir wissen. Die Workshops sind Teil des Dialogs, den die SRG mit der Bevölkerung führt. Als Service-public-Unternehmen spielt die SRG eine besondere Rolle im medialen Ökosystem. Deshalb will sie besser verstehen, wie die Bevölkerung den Beitrag wahrnimmt, den sie leistet – an die Gesellschaft, den Zusammenhalt, die Demokratie und Vielfalt sowie an die Wirtschaft. Die Inputs aus Workshops, Gesprächen mit Stakeholdern und Umfragen fliessen in die Strategie der SRG ein und helfen uns dabei, die Umsetzung unseres Auftrags weiter zu optimieren.

Was wünschen Sie sich von der SRG? Schreiben Sie es uns in den Kommentaren.

Francesca Guicciardi, Juni 2023

Kommentar

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