«Für einheimische Produktionen kommt man um die SRG nicht herum»

Wie eine Vereinbarung zwischen der Schweizer Filmbranche und der SRG Kultserien wie «Tschugger» möglich macht.

Das Wallis trifft auf Miami Vice: Bax, der sympathische Dorfpolizist mit einer Schwäche für schnelle Autos, wittert die ganz grossen Drogengeschäfte und bringt damit den gemächlichen Alltag auf seinem Walliser Polizeiposten gehörig aus dem Tritt.

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«Tschugger» bei den Dreharbeiten

Diese Miami-Vice-Vibes auf Walliser Art gespickt mit viel schwarzem Humor kommen nicht nur beim heimischen Publikum gut an. Die Serie verbucht synchronisiert auch gute Rückmeldungen aus Deutschland und Österreich.

Zur Freude vieler Fans geht «Tschugger» in die nächste Runde – seit April laufen die Dreharbeiten für die Staffeln drei und vier. Die Produzentin Sophie Toth erreicht man aktuell fast nur auf dem Filmset. Die Zusammenarbeit mit der SRG sei nach dem Erfolg der ersten beiden Staffeln gut eingespielt: «Wir geniessen unterdessen viel Vertrauensvorschuss.»

Möglich sind solche aufwendigen Produktionen durch den sogenannten «Pacte de l’audiovisuel». Seit 1996 ermöglicht diese Vereinbarung zwischen der Schweizer Filmbranche und der SRG eine eigenständige Schweizer Filmproduktion und die Unabhängigkeit der Produzent:innen.

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Im Unterschied zu anderen Förderinstitutionen agiert die SRG nicht nur als Kulturförderin, sondern auch als Koproduzentin.»
Sven Wälti, Leiter Film bei der SRG

«Für einheimische Serien-Produktionen auf hohem Niveau kommt man um die Zusammenarbeit mit der SRG nicht herum», sagt Sophie Toth. Sie ist überzeugt, dass nationale Produktionen, die Schweizer Geschichten erzählen und qualitativ auch im internationalen Vergleich mithalten können, ohne diese Vereinbarung nicht möglich wären.

«Im Unterschied zu anderen Förderinstitutionen agiert die SRG nicht nur als Kulturförderin, sondern auch als Koproduzentin», erklärt Sven Wälti, Leiter Film bei der SRG. Die Projekte werden also nicht nur finanziell sondern auch inhaltlich unterstützt.  Bei Serien ist die SRG daher bereits ab Entwicklung und bei Filmen kurz vor der Produktion mit dabei. Beim Entscheid, welche Projekte finanziell und inhaltlich begleitet werden, seien deren Qualität sowie die Professionalität der Produktionsfirma wichtige Faktoren, erklärt Sven Wälti, Leiter Film bei der SRG. Aber auch eine gewisse Originalität und eine klare Vision einer guten Story seien zentrale Kriterien. «Natürlich braucht es auch ein gutes Bauchgefühl, da wir den Film erst nach der Produktion zu sehen bekommen», so Wälti weiter.

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Der provokante Humor der Serie wurde diskutiert. Doch offensichtlich haben wir uns durchgesetzt.»
Sophie Toth, Produzentin von «Tschugger»

Bei «Tschugger» sei die Zusammenarbeit mit den Redaktionen der SRG-Unternehmenseinheit SRF sehr konstruktiv und unkompliziert gewesen, erzählt Sophie Toth. SRF habe das Projekt mit kritischen Nachfragen hilfreich begleitet: «Beispielsweise wurde der provokante Humor der Serie diskutiert. Doch offensichtlich haben wir uns durchgesetzt», meint Toth lachend.

Pacte de l’audiovisuel

Die Vereinbarung bewährt sich: Seit 1996 sind mehr als 3000 Filme und mehr als 20 Serien entstanden – im Durchschnitt 140 Koproduktionen pro Jahr. Rund 32,5 Millionen Franken jährlich fliessen im Rahmen des «Pacte» von der SRG in die audiovisuelle Produktion – in Schweizer Kino- und Dokumentarfilme, TV-Serien und andere multimediale Erlebnisse, die es ohne die SRG nicht geben würde.
Einige Highlights sind zum Beispiel die Publikumslieblinge «Die göttliche Ordnung» (2017), «Grounding» (2006), «Wolkenbruch» (2018) oder eben «Tschugger» (seit 2021).
Sie tummeln sich lieber auf einem Filmfestival, statt auf der eigenen Couch vor dem TV zu sitzen? Als Medienpartnerin unterstützt die SRG im Rahmen des «Pacte de l’audiovisuel» auch Schweizer Filmfestivals. Der «Pacte» ermöglicht zudem die Synchronisation in alle Landessprachen der Schweiz.

Francesca Guicciardi, April 2023

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