«Dank euch habe ich Bilder meines verschwundenen Grossvaters gesehen»
Mit der Veranstaltungsreihe «Mémoire(s) de Suisse romande» macht RTS sein Archiv der Öffentlichkeit zugänglich und stiftet damit Identität. Das sorgt beim Publikum nicht selten für ganz grosse Emotionen.
Audiovisuelle Archive sind eine Fundgrube voller Erinnerungen. Sie lassen in die Vergangenheit eintauchen und die Gegenwart besser verstehen. RTS macht sein Archiv seit 2018 mit der Veranstaltungsreihe «Mémoire(s) de Suisse romande» regelmässig öffentlich zugänglich: RTS besucht verschiedene Orte in der Romandie und zeigt Archivmaterial mit Ortsbezug. Expert:innen begleiten die Veranstaltungen mit Vorträgen und Diskussionen, bei denen auch das Publikum mitdiskutieren kann – so wird das kollektive Gedächtnis genährt.
Bei der Veranstaltung in Nendaz diskutierten Mélanie Hugon Duc, Direktorin des Museums von Bagnes, und Lehrer Yvan Fournier mit Journalist Gabioud (rechts).
Bild: zVg
Das kommt an, wie Rückmeldungen zeigen. Zum Beispiel jene von Isabelle, die letztes Jahr an der Veranstaltung in Nendaz war: «Dank euch habe ich Bilder meines Grossvaters gesehen, der vor 40 Jahren verschwand, als ich zehn Jahre alt war. Was für ein Gefühl, ihn wiederzusehen!»
Die Kraft des Klangs
RTS-Journalist Stéphane Gabioud hat die Veranstaltung in Nendaz moderiert. «Für uns sind solche Rückmeldungen sehr bewegend», sagt er. «Denn man realisiert die Kraft dieses unglaublichen Erbes, dieses immensen Reichtums, der in unseren Archiven liegt.»
«Das Archivmaterial erzählt die kleine Geschichte in der grossen Geschichte»: RTS-Journalist Stéphane Gabioud.
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Isabelle sei nicht die einzige Besucherin gewesen, die nahestehende Personen auf den Aufnahmen entdeckt habe. «Wir bekamen am Apero nach der Veranstaltung viele sehr emotionale Rückmeldungen», so Gabioud. Denn oftmals hätten Personen zwar Fotos von ihren verstorbenen Verwandten und Bekannten, aber keine Videos mit Ton. «Wenn sie solche Aufnahmen dann sehen, löst das grosse Emotionen aus, denn diese sind eng mit dem Klang einer Stimme verknüpft.»
Die kleinen Geschichten in der grossen Geschichte
Die ersten archivierten Fernsehaufnahmen von RTS stammen aus dem Jahr 1954, Radioaufnahmen reichen bis in die 1930er-Jahre zurück.
Das Material ist laut Stéphane Gabioud von unschätzbarem Wert für die Region: «Denn es erzählt die kleine Geschichte in der grossen Geschichte», sagt er. Während sich Geschichtsbücher und Dokumentarfilme mit grossen Ereignissen und Persönlichkeiten befassten, zeigten die Bilder bei «Mémoire(s) de Suisse romande» die kleinen Leute. «Und durch sie werden aussergewöhnliche Entwicklungen in unserer Region dokumentiert, die sonst nicht festgehalten würden. Das ist einzigartig.»
Die Veranstaltung war Teil der Reihe «Mémoire(s) de Suisse romande».
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Täglich erreichen die SRG zahlreiche Rückmeldungen zu unterschiedlichsten Programmen. Neben kritischen Stimmen gibt es auch viel positives Feedback. In der Rubrik «Likes» veröffentlichen wir ausgewählte Publikumsreaktionen und rücken die Teams ins Zentrum, an die diese Kommentare gerichtet sind. Die Rückmeldungen verdeutlichen die Wirkung ihrer Arbeit auf Hörer:innen und Zuschauer:innen und zeigen zugleich, wie sehr sie die Verantwortlichen motivieren und inspirieren.
Mai 2026