«Es ist wichtig, dass es Journalist:innen gibt, die sich Zeit nehmen»

Investigativer Journalismus ist wichtig für unsere Demokratie: Das zeigen Rückmeldungen auf eine Recherche von swissinfo.ch zu verdächtigen Goldimporten, die auch die Politik beschäftigt.

Gelangt russisches Gold trotz internationaler Sanktionen in die Schweiz? Dieser Frage gingen die Journalistinnen Dominique Soguel und Pauline Turuban für SWI swissinfo.ch nach.

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Sind der Spur von verdächtigen Goldimporten gefolgt: Die SWI-Journalistinnen Pauline Turuban (links) und Dominique Soguel.

Bild: zVg

Ihre investigative Recherche vom September 2024 zu verdächtig ansteigenden Goldimporten aus Kasachstan und Usbekistan löste ein grosses Echo aus. «Es ist wichtig, dass es Journalist:innen gibt, die sich Zeit für eine gründliche Recherche nehmen, und die breite Öffentlichkeit über solche Themen informieren», meldete beispielsweise ein Leser zurück, der für ein NGO arbeitet.

«Nicht selbstverständlich»

Dominique Soguel und Pauline Turuban folgten der Spur des Goldes 2024 während rund sieben Monaten. «Es ist ein Privileg, in einem Medienunternehmen zu arbeiten, das solche Recherchen ermöglicht», so die Journalistinnen. Es habe sie nicht nur gefreut, dass sie zahlreiche Rückmeldungen von Leser:innen erhalten hätten – «der eigentliche Grund, weshalb wir arbeiten» – sondern auch, dass die meisten Leser:innen den Artikel bis zum Schluss gelesen haben. «Bei einer Lesezeit von etwa einer halben Stunde, der Komplexität und im Zeitalter kurzer Aufmerksamkeitsspannen ist das nicht selbstverständlich.»

Bundesrat bestätigt Rechercheergebnisse

Die Enthüllungen riefen auch Politiker:innen auf den Plan: SP-Nationalrat Jean Tschopp, der sich gar persönlich bei den Journalistinnen bedankt hatte, reichte im Herbst 2024 eine Interpellation zu den Goldimporten aus Zentralasien ein. In seiner Antwort räumte der Bundesrat ein, dass russisches Gold in die Schweiz gelangen kann und bestätigte somit die Rechercheergebnisse. Tschopp gab sich damit nicht zufrieden und reichte einen zweiten Vorstoss zum Thema ein. Dieses politische Interesse sei auf professioneller Ebene sehr befriedigend, sagen Dominique Soguel und Pauline Turuban. «Es bestätigt die Glaubwürdigkeit unserer Arbeit und stärkt damit das Image unseres Medienunternehmens als zuverlässige Informationsquelle.»

Malolo Kessler, aktualisiert Februar 2026, erstmals publiziert Januar 2025

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