«Ihr ermöglicht mir eine alte Geschichte aufzuarbeiten»

Der Podcast «Crimes suisses» von RTS erzählt von Kriminalfällen in der Schweiz. Rückmeldungen von Hörer:innen zeigen: Das Format kann helfen, die Gegenwart besser zu verstehenpersönliche Erlebnisse zu verarbeiten und Erinnerungen einzuordnen. 

Sie fesseln und faszinieren, lassen das Publikum erschaudern und mitfühlen: True-Crime-Formatedie über echte Kriminalfälle berichten, sind beliebt. Nicht nur, weil sie unterhaltsam sind – denn ihr gesellschaftlicher Wert geht über Unterhaltung hinaus. So ordnet das Genre oft auch historische Ereignisse ein, es bildet und thematisiert Werte und Normen einer Gesellschaft. Manchmal hilft eine True-Crime-Sendung gar, die eigene Geschichte besser zu verstehen. So passiert bei Jacques Küng, Hörer des Podcasts «Crimes suisses» von Radio Télévision Suisse (RTS) 

Erinnerungen besser einordnen 

Nach der Ausstrahlung der Episode über einen antisemitischen Mord 1942 in Payerne wandte sich Jacques Küng an die Podcast-Redaktion. Sein Vater sei zur Zeit des Mordes mit einigen Protagonisten der Geschichte befreundet gewesen. Dank dem Podcast könne er seine Erinnerungen nun einordnen, schrieb der Hörer. «Danke für die qualitativ hochwertige Arbeit. Sie ermöglicht mir, eine alte Geschichte aufzuarbeiten, die nach wie vor schmerzhaft ist.» Eine Rückmeldung, die das verantwortliche Team und den Journalisten Antoine Droux besonders berührt hat. Eine von vielen: Das Format ist in der Westschweiz beliebt, wird immer wieder auch von Fachpersonen wie Fedpol-Mitarbeitende und Forensiker:innen gelobt. 

«Sie erzählen uns» 

Das Team von RTS arbeitet jeweils etwa zehn Tage an einer Folge. «Man könnte zu Recht fragen, warum ein öffentliches Medienhaus solche schrecklichen Geschichten erzählt», sagt Antoine Droux von RTS. Natürlich gebe es ein grundsätzliches Interesse an düsteren und schmutzigen Themen. «Aber davon abgesehen erzählen diese Geschichten vor allem von der Schweiz. Sie beschreiben Epochen, Menschen wie du und ich. Sie erzählen uns – darin liegt für mich ein wichtiger Wert.» Droux spricht für jede Folge mit Fachpersonen, etwa aus Justiz, Polizei, Medizin oder Forschung. Diese ordnen die Verbrechen und deren (versuchte) Aufklärung, teilweise viele Jahrzehnte her, aus heutiger Sicht ein. «Ich bin überzeugt davon, dass man durch das Erzählen der Vergangenheit die Gegenwart erklären kann», sagt der Journalist. «Man gibt einen Schlüssel zum Verständnis der Welt – sogar mit Verbrechen. Das ist der öffentliche Wert unserer Arbeit.» 

 

Malolo Kessler, aktualisiert Januar 2026, erstmals publiziert September 2024 

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Täglich erreichen die SRG zahlreiche Rückmeldungen zu unterschiedlichsten Programmen. Neben kritischen Stimmen gibt es auch viel positives Feedback. In der Rubrik «Likes» veröffentlichen wir ausgewählte Publikumsreaktionen und rücken die Teams ins Zentrum, an die diese Kommentare gerichtet sind. Die Rückmeldungen verdeutlichen die Wirkung ihrer Arbeit auf Hörer:innen und Zuschauer:innen und zeigen zugleich, wie sehr sie die Verantwortlichen motivieren und inspirieren.  

Kommentar

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