Bevölkerung erwartet von der SRG starke Onlinepräsenz

Eine neue Studie zeigt: Das Vertrauen der Bevölkerung in die Onlineinhalte der SRG ist sehr hoch – auch bei jungen Menschen. Eine grosse Mehrheit wünscht sich online eine starke SRG, auch um Falschinformationen entgegenzuwirken und über diese aufzuklären.

Handy statt Zeitung, Streaming statt lineares Fernsehen. Die Digitalisierung hat die Medienwelt radikal verändert – sowohl die journalistische Arbeit als auch die Art, wie wir Nachrichten konsumieren. Die aktuelle Studie «Digitale SRG» nimmt dieses Thema nun genauer unter die Lupe. Etwas über 1250 Personen zwischen 15 und 79 Jahren haben mitgemacht und unter anderem Fragen zu KI, zur Bedeutung der SRG sowie zu ihren Ängsten in Zusammenhang mit der Digitalisierung beantwortet. Die Befragung zeigt klar: Vertrauen ist in der digitalen Welt ein besonders hohes Gut. Und das Vertrauen in die SRG ist sehr hoch – in allen Altersgruppen und Sprachregionen. So wird den SRG-Angeboten in allen Landesteilen mit Abstand das grösste Vertrauen entgegengebracht, auch im Vergleich mit ausländischen öffentlichen Medienanbietern wie ZDF oder BBC. Bemerkenswert ist, dass selbst Umfrageteilnehmende, die selten News konsumieren und klassischen Medien kritisch gegenüberstehen der SRG am ehesten vertrauen.

Onlineangebote: zentral für Meinungsbildung

Aus der Studie, die vom Marktforschungsinstitut «YouGov» im Auftrag der SRG durchgeführt wurde, geht ausserdem klar hervor, dass die Bevölkerung sich eine starke Onlinepräsenz der SRG wünscht. 77 Prozent der Befragten gaben an, dass die Onlineangebote von SRF, RTS und RSI für die Information und Meinungsbildung «sehr wichtig» oder «eher wichtig» sind. «Die verschiedenen Meinungen werden sorgfältig ausgewogen dargestellt», begründete eine Person. Und eine andere merkte an, dass das Angebot wichtig sei, weil es auch Themen abdecke, über die private Medienhäuser aus Kostengründen nicht berichteten. Diese Resultate decken sich mit einer anderen, ebenfalls aktuellen Studie zu ähnlichen Fragen, welche die Universität Zürich kürzlich publiziert hat.
Die Onlinepräsenz der SRG wird besonders auch in Zusammenhang mit Falschinformationen geschätzt. So findet es eine überwiegende Mehrheit der Befragten wichtig, dass die SRG Falschinformationen entgegenwirkt, für solche sensibilisiert und darüber aufklärt. «Da ich SRF für vertrauenswürdig halte, ist es wichtig, dass dessen Inhalte auch online erscheinen. Gerade auch zum Verifizieren von Nachrichten aus anderen Quellen», begründete eine befragte Person.

Image
Orientierungshilfe im Netz – auch für Junge

Da die SRG vermehrt junge Menschen erreichen möchte, lag ein Fokus der Studie auf der Sicht der 15- bis 29-Jährigen. Interessant ist, dass sich deren Ansichten nicht wesentlich von jenen anderer Generationen unterscheiden. So zeigt die Auswertung, dass auch Junge oft überfordert sind durch die Menge an Informationen, die online kursieren, dass sie die ständige Verfügbarkeit neuer Informationen stresst, dass es ihnen manchmal schwerfällt, vertrauenswürdige Inhalte zu identifizieren. Wie bei den anderen Altersgruppen nimmt die SRG auch für die Jungen im digitalen Raum eine zentrale Aufgabe wahr: Sie dient einer grossen Mehrheit als Orientierungshilfe und Referenzpunkt in der Flut der Onlineinhalte.

KI als Hilfsmittel, aber nicht als Mensch-Ersatz

Ein weiterer Fokus der Befragung lag auf dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der journalistischen Arbeit. Hier zeigt sich, dass die Bevölkerung grundsätzlich nichts gegen die Verwendung von KI als Hilfsmittel einzuwenden hat: So findet es die Mehrheit der Befragten gut, wenn KI die Journalist:innen der SRG bei der Recherche oder bei Datenanalysen unterstützt – sofern klare Rahmenbedingungen eingehalten werden. Interessant ist hier, dass es sprachregionale Unterschiede gibt. So stehen die Romands dem Einsatz von KI deutlich skeptischer gegenüber als die Teilnehmenden aus der italienisch- und deutschsprachigen Schweiz.

Image

Anders sieht es aus, wenn KI klar menschliche Aufgaben übernehmen soll. Eine deutliche Mehrheit der Befragten ist dagegen, dass Avatare für Moderationen eingesetzt werden. Auch KI-generierte Bilder werden von einer überwiegenden Mehrheit abgelehnt. Beim direkten Austausch mit KI zeigt sich die Bevölkerung ebenfalls zurückhaltend: Der Einsatz von Chatbots und anderen dialogorientierten KI-Systemen auf SRG-Plattformen stösst auf wenig Interesse.

Keine Info-Bubbles

Schliesslich wurden die Teilnehmenden noch zum Thema Personalisierung befragt: Also danach, wie sie es finden, wenn Nutzer:innen auf Social Media oder Newsplattformen jeweils nur noch die Inhalte angezeigt bekommen, die individuell auf ihre Vorlieben zugeschnitten sind. Hier zeigt sich ein differenziertes Bild. Viele haben Vorbehalte, sehen aber auch einen Nutzen in Algorithmen. Unter bestimmten Voraussetzungen – und in bestimmten Themenbereichen – heissen die Teilnehmenden Personalisierungen gut. Entscheidend sind für sie Transparenz und Kontrolle: Sie wollen verstehen, weshalb ihnen gewisse Inhalte angezeigt werden, und Personalisierungen selbst anpassen sowie ein- und ausschalten können.
Wenn es um die SRG-Plattformen geht, möchte die Mehrheit der Befragten im Informationsbereich keine Personalisierung. Dies aus Angst vor der Entstehung von Info-Bubbles. Hier sollen alle Nutzer:innen dieselben Nachrichten angezeigt bekommen – besonders bei nationalen politischen Themen.

Malolo Kessler, Oktober 2026

In diesen Bereichen schaffen wir Wert

DEMOKRATIE

Die hohe Qualität der Nachrichten und die Unabhängigkeit der SRG sind für die Demokratie zentral, sagen 66 Prozent der Befragten. Dies sind Kernpunkte des Auftrages der SRG.

VIELFALT

Urchige Bräuche, klangvolle Dialekte, urbane Lebensstile – Die kulturellen und sprachlichen Eigenheiten machen die Schweiz einzigartig. Diese grosse Vielfalt wird in dem breiten Angebot von SRF, RSI, RTR und RTS sichtbar.

WERTSCHÖPFUNG

Mit Projekten wie den Hackdays oder der Öffnung unserer Datenbanken treiben wir die digitale Innovation in der Schweiz mit voran und mit unseren Radioprogramme sowie Partnerschaften fördern wir die Schweizer Film- und Musikbranche.

ZUSAMMENHALT

Angebote wie landesweite Berichterstattung, Barrierefreiheit oder generationenübergreifende Programme schaffen ein Gemeinschaftsgefühl über alle Schichten und Unterschiede hinweg.